C.A.T.S. Serie Techniktrend:
Schlanke Gebäude
sparen bis zu 80% Energie

Ziel der angewandten Forschung ist es, neue Materialien, Systeme und Gesamtenergieansätze zu erarbeiten, mit denen auch Altbauten entsprechend saniert werden können. Es gilt, neue funktionale Materialien zu entwickeln, die mit ihren bisher nicht verfügbaren Eigenschaften neue Systemeigenschaften ermöglichen, die zu völlig neuen Ansätzen beim Bau und der Sanierung von Gebäuden führen. Dabei steht nicht der Einsatz von möglichst aufwändiger Technologie im Vordergrund, sondern die Umsetzung einfacher schlanker Gesamtkonzepte.

Als Beispiel seien hier einige Themen genannt, an denen derzeit sehr intensiv geforscht wird und deren Umsetzung in den nächsten Jahren in Aussicht steht:

  • Vakuumdämmung auf der Basis nanoporöser Materialien mit 10fach besserer Dämmung als konventionelle Dämmstoffe.
    Sie ermöglichen auch die Sanierung von Altbauten.
  • Speichermaterialien auf der Basis mikroverkapselter Phasenwechselmaterialien. Sie erhöhen die thermische Masse
    von Gebäuden und machen in vielen Fällen den Einsatz von aktiven Kälteanlagen überflüssig.
  • Multifunktionale Fenster mit hoher, aber schaltbarer Transmission und mit integrierten Möglichkeiten zur Lichtlenkung sowie sehr guten Dämmeigenschaften. Sie ermöglichen es, im Winter Sonnenlicht zum Heizen zu nutzen. Im Sommer schützen sie vor zu großer Hitze und störenden Lichtreflexen.


Energieversorgungsschema eines Solar-Passivhaus: Lüftungskompaktheizgerät auf der Basis einer kleinen Wärmepumpe
Foto: Fraunhofer ISE

Diese Komponenten können den Heizbedarf und die Kühllast deutlich reduzieren. Außerdem erhöhen sie die Tageslichtnutzung und verbessern den Licht- und Wärmekomfort im Gebäude. Entscheidend für die Realisierung der Energieeinsparpotenziale sind Gesamtenergiekonzepte für das Gebäude, die bei hoher Wohn- und Arbeitsplatzqualität eine optimierte Betriebsführung ermöglichen. Eine Voraussetzung bei der Versorgung von Gebäuden mit drastisch reduziertem Energiebedarf ist die effiziente Energienutzung und -wandlung, kombiniert mit der Nutzung von Sonnenenergie. Ein wichtiges Instrument hierfür ist der Einsatz Lüftungskompaktheizgeräten auf der Basis kleiner Wärmepumpen oder die Integration von kleinen Brennstoffzellen-Heizsystemen als Kraft-Wärme-Kopplungssystem in das Gebäude. Sie stellen den Restenergiebedarf im Gebäude sicher. Mithilfe von moderner Regelung - basierend auf mikrocontrolergestützten Systemen - lassen sich Energieversorgungssysteme in Bezug auf Energiekosten und aktuellen Bedarf wetterabhängig optimiert steuern. Hier ergeben sich enorme Entwicklungs- und Umsetzungspotenziale mit beträchtlichen Auswirkungen auf die Bauindustrie, die technische Gebäudeausrüstung und die Energieversorgungsunternehmen.


Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme von mikroverkapselten Phasenwechselmaterialien (Kügelchen) in Gipsputz, ca. 2000fache vergrößerung.
Foto: Fraunhofer ISE

Alle Informationen entnommen aus: Trendbarometer Technik, Hans-Jörg Bullinger (Herausgeber), Hanser Verlag

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