C.A.T.S. Serie Techniktrends:
Solarstromgewinnung mit Konzentratortechnologie

Wie kann man die Energie des Sonnenlichts in Zukunft noch effizienter umsetzen? Diese Frage gilt es mit neuen Konzepten zu beantworten. Bisherige Solarzellen auf der Basis des Halbleitermaterials Silicium erreichen im Labor Wirkungsgrade bis zu 24% und in der Produktion zwischen 13% und 17%. Höhere Wirkungsgrade können durch ein Übereinanderstapeln von Solarzellen erzielt werden, die aus verschiedenen Halbleitermaterialien bestehen. Solche Zellen werden Kaskaden- oder Mehrfach-Zellen genannt.

Verbindungshalbleiter, die sich aus Elementen der dritten und fünften Hauptgruppe des Periodensystems zusammensetzen (z.B. GaAs, GalnP, AlGaAs, AlGalnP etc.), erlauben es, die Bandlücke in Abhängigkeit der Zusammensetzung von den Elementen zu variieren. Die Zusammensetzung des Halbleitermaterials kann mittels eines speziellen Abscheideprozesses eingestellt werden. Somit lassen sich Halbleitermaterialien mit unterschiedlichen Bandlücken realisieren.

Der Nachteil dieser neuartigen Solarzellen sind die hohen Kosten der Ausgangsmaterialien. Glücklicherweise eignen sich diese Halbleiter aber für den Einsatz unter hoher Strahlungsdichte. Damit kann der Kostennachteil auf der Zellebene auf der Systemebene überkompensiert werden. Die optische Konzentration wird mittels einer kostengünstigen Fresnel-Linse durchgeführt, die einen Konzentrationsfaktor über 500 erlaubt (siehe Bild 1). Das bedeutet, dass für dieses Konzept nur der 500-ste Teil der teuren Halbleiterfläche benötigt wird. Dies ist der Grund für Kostenersparnis auf Systemebene, wie auch viele Studien zeigen.

Punktfokussolarzelle
Bild 1: Schematische Darstellung einer Punktfokussolarzelle, die mittels einer flachen Fresnel-Linse direktes Sonnenlicht direkt in elektrische Energie umwandelt.

Die Umsetzung dieses Technologieansatzes hin zu einem realen System ist am Fraunhofer ISE weit fortgeschritten. Es wurde das Konzept der FLATCON™-Module entwickelt. Die Abkürzung steht für "Fresnel Lens All-Glass Tandem Cell Concentrator" und beschreibt den Aufbau der am Fraunhofer ISE entwickelten Module. Unter realen Anwendungsbedingungen haben die aus 48 verschalteten 2 mm großen GalnP/GalnAs-Tandemzellen bestehenden FLATCON™-Module bei 500-facher Konzentration bislang einen Wirkungsgrad > 22% erzielt. Diese können in PV-Kraftwerken eingesetzt werden, um in Zukunft elektrische Energie direkt aus dem Sonnenlicht kostengünstiger zu erzeugen.

FLATCON
Bild 2: FLATCON™-Module montiert auf Nachführeinheit auf dem Dach des Fraunhofer-Instituts für Solare Energie-Systeme ISE.

Alle Informationen entnommen aus: Trendbarometer Technik, Hans-Jörg Bullinger (Herausgeber), Hanser Verlag

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