C.A.T.S. Serie Techniktrend:
Störender Lichteinfalls bei Glassfassaden-eine
"stählerne Markise" sorgt für effektiven Sonnenschutz

Großzügige Glasfassaden und Fenster nehmen bei modernen Bürogebäuden häufig immer mehr Raum ein. Dabei folgt diese Architektur nicht nur einem modischen Trend, sondern bewirkt auch einen energiesparenden Effekt: Die natürliche Beleuchtung kann elektrische teilweise oder ganz ersetzen. Die sinnvolle Nutzung von Tageslicht und Sonnenwärme wird in den meisten Fällen jedoch erst durch Sonnenschutzsysteme ermöglicht. Der folgende Beitrag informiert über ein neues Schutzsystem aus Edelstahl, das wie eine "stählerne Markise" den störenden Lichteinfall abhält.

Die Sonne kommt und geht

Je mehr Tageslicht in einem Gebäude genutzt wird, desto wichtiger ist es, dass Tageslichtversorgung, Blendschutz und sommerlicher Wärmeschutz ausbalanciert werden. Eine transparente Fassade führt nicht automatisch zu hohem Komfort, denn großzügige Glasfassaden und Fenster können die Arbeitsbedingungen auch beeinträchtigen: Im Sommer ist es in manchen Büros oft unerträglich heiß und zu helles oder direktes Licht erschwert die Arbeit am Computer.

Das soll ein transparenter, außenliegender Sonnenschutz verhindern, den Forscher vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg gemeinsam mit der Firma Clauss Markisen Projekt GmbH entwickelt haben. Das neue System ist deutlich windstabiler als herkömmliche Systeme. Ab einer Sonnenhöhe von mehr als 20 Grad über dem Horizont schützt die "stählerne Markise" vor störendem Lichteinfall.


Energieeffiziente Sonnenschutzsysteme eröffnen Architekten neue Möglichkeiten.

Doch nicht immer kann die optimale Lösung eines außen anliegenden Sonnenschutzes gewählt werden. Insbesondere an hohen Gebäuden, die starkem Wind ausgesetzt sein können, sind innen oder zwischen den Scheiben liegende Jalousien die bessere Wahl. Besonders effektiv ist die "Genius-Lamelle", die ISE-Forscher gemeinsam mit Kollegen von der Firma Hüppe Form in Oldenburg entwickelt haben. Das besondere an dieser neuen Jalousie ist, dass sie sehr robust gegen vermeintliche Bedienungsfehler ausgelegt ist.

Sonnenschutz aus Edelstahl

Der neue Sonnenschutz besteht aus Edelstahlhohlprofilen. Sie sind so geformt, dass sie ebenfalls eine Sonneneinstrahlung über 20 Grad ausblenden. Darüber erhellt diffuses Tageslicht die Büroräume. Die Mitarbeiter können sogar relativ ungetrübt nach draußen blicken, denn zwischen den nur 4 Millimeter breiten Profilen ist jeweils ein kleiner Abstand. Zudem hält der Sonnenschutz stärkeren Winden stand, so dass auch höhere Gebäude mit außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet werden können. Zwar kann die Jalousie auch innen installiert werden, doch heizt sich dadurch der Raum stärker auf.

Die Entwicklung der Fraunhofer-Forscher eröffnen Planern neue Möglichkeiten, mit großzügigen Glasflächen zu arbeiten, ohne dass später die Angestellten im Büro im Sommer unter Hitze und blendendem Licht leiden müssen. Die "Edelstahl-Markise" hat auf der europäischen Leitmesse für Rollladen, Tore und Sonnenschutz einen Innovationspreis gewonnen.


Detail einer neuen Lamelle mit optimierter Sonnenschutzwirkung und robustem Regelverhalten.

Alle Informationen entnommen aus: Trendbarometer Technik, Hans-Jörg Bullinger (Herausgeber), Hanser Verlag

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