AutoCAD 2008 und Microsoft Vista:
Lohnt sich der Umstieg?

Die Antwort auf diese Frage unterliegt stark den individuellen Erfordernissen jedes Unternehmens. Ohne eine pauschale Beurteilung geben zu wollen, sollen die folgenden Erläuterungen einige wichtige Aspekte als Orientierungshilfe kommentieren.

Microsoft Vista im Überblick:

Seit Januar 2007 ist das neue Betriebssystem Vista der Firma Microsoft im Handel und wird mit jedem neuen PC ausgeliefert werden. Der Kunde sieht sich 6 verschiedenen Versionen gegenüber, aus denen er sich seine Version auswählen kann (siehe Kasten).

Version Kommentar
Vista Starter Spezielle Version für Entwicklungs- und Schwellenländer, um das Problem der Raubkopie in den Griff zu bekommen. Maximal 3 Programme können hier gleichzeitig gestartet werden. Es gibt keine 64 Bit Version.
Vista Home Basic Abgespeckte Version ohne die neue Aero-Oberfläche. Da es nicht möglich ist, einer Domäne beizutreten, sollte man diese Version in Firmen eher nicht verwenden. 32- und 64-Bit Version verfügbar.
Vista Home Premium Diese Version kann man am besten mit der XP Media Center Edition vergleichen. Hier gibt es Unterstützung für DVDs und HDTV. Auch hier kann man keiner Domäne beitreten. 32- und 64-Bit Version verfügbar.
Vista Business Unschwer am Namen zu erkennen: Hinter der Version Vista Business verbirgt sich eine Version, die auch für Firmen interessant ist. Domänen sind hier kein Problem. 32- und 64-Bit Version verfügbar.
Vista Enterprise Ebenfalls am Namen zu erahnen, finden wir hier eine Version für Großkunden, die zusätzlich zur Business Version eine Festplattenverschlüsselung und andere nette Werkzeuge bereit hält. Außerdem ist diese Version die einzige Vista-Variante, die bei der Aktivierungspflicht außen vorbleibt. 32- und 64-Bit Version verfügbar.
Vista Ultimate Diese Version vereint alle Funktionen der anderen Versionen und richtet sich an alle, die auf keine der oben genannten Funktionen verzichten möchten. 32- und 64-Bit Version verfügbar.

Lohnt sich der Umstieg auf Vista?

Abgesehen von der neuen Oberfläche, verbesserten Sicherheitsmechanismen und anderen „Nettigkeiten“ zählt für den Anwender in erster Linie ein spürbarer Nutzen durch den Umstieg auf ein neues Betriebsystem. „Unter der Haube“ hat sich bei Vista einiges getan, wobei wohl die 64-Bit Erweiterung für den CAD-Anwender als Hauptmerkmal hervorzuheben ist. Die Möglichkeit, 64-Bit zu adressieren, vergrößert den Arbeitsspeicher auf mehr als 4 Gigabyte. (Genau genommen 1 Terabyte; Voraussetzung ist natürlich ein 64-Bit Prozessor sowie Memory Remapping des Chipssatzes). Große Zeichnungen können so in einem Arbeitsgang in den Speicher gelesen und bearbeitet werden. Für jeden CAD-Anwender ein großes Plus, denn Arbeitsspeicher kann man schließlich nie genug haben! Vor diesem Hintergrund scheinen 32-Bit Vista-Versionen weniger sinnvoll, die Alternative wäre eher der Verbleib bei Windows 2000 oder Windows XP.

Microsoft Vista und AutoCAD – ein schwieriges Zusammenspiel?

AutoCAD 2007 sowie alle früheren Versionen - ob vertikal oder horizontal - sind 32-Bit Versionen, die von AutoDesk unter Vista nicht unterstützt werden. Eventuell wird durch das Erscheinen des einen oder anderen Patches die Lauffähigkeit ohne Abstürze eines auf AutoCAD 2007 basierten Produkts auf Vista garantiert. Doch es macht wohl wenig Sinn, eine 32-Bit Anwendung wie AutoCAD unter einem 64-Bit Betriebssystem wie Vista laufen zu lassen. Man hätte keinerlei Vorteile, sondern müsste sogar mit einer langsameren Arbeitsgeschwindigkeit rechnen. Denn Vista muss in diesem Fall eine 32-Bit Umgebung emulieren und diese Emulierung läuft generell langsamer als das Original. Zudem hätte man den Vorteil des großen Arbeitsspeichers wieder verspielt: Eine 32-Bit Anwendung ist immer an die 4 Gigabytegrenze gebunden.

Welche Neuerungen bringt AutoCAD 2008 für den Anwender?

Während AutoCAD 2007 unter dem Motto „3D“ stand, wird sich das kommende AutoCAD 2008 dem Thema „Zeichnen“ widmen. Dabei ist das DWG-Format identisch mit dem AutoCAD 2007-er Format. Unter den Neuerungen finden sich unter anderem das sogenannte "Annotation Scaling" sowie "Layers per Viewport".
Mit "Annotation Scaling"eröffnet sich nun endlich die Möglichkeit, Texte, Bemassungen usw. in verschiedenen Layouts in bestimmten Größen darzustellen. Eine große Arbeitserleichterung verbirgt sich auch hinter der Funktion "Layers per Viewport": Für jeden Viewport können nun eigene Layereigenschaften festgelegt und dadurch auf einfache Art und Weise Zeichnungsbereiche je nach Bedarf unterschiedlich hervorgehoben werden, ohne die Geometrie zu kopieren.

Ein mögliches Fazit:

Dem Performance orientierten Kunden bleibt als einzige sinnvolle Variante eine Windows Vista 64-Bit Version mit einem AutoCAD 2008 64-Bit.

Möchte der Anwender vor allem die Funktionen von AutoCAD 2008 nutzen, so verbleibt als mögliche Variante, das bisher eingesetzte Betriebssystem zu verwenden. AutoCAD 2008 wird als erste Version in einer 32-Bit und 64-Bit Version erscheinen. Eine Verwendung von AutoCAD 2008 unter Windows XP steht also nichts im Wege.

Zu guter Letzt noch ein Tipp:
Ist der Umstieg auf ein Vista-System geplant, sollten im Vorfeld auch mögliche „Folgekosten“ geklärt werden. Für alle täglich benötigten Anwendungen sollte im Internet recherchiert werden, ob unter Vista ein Update benötigt wird.
Auch lohnt es sich, eine Liste der verwendeten Hardware aufzustellen (Grafikkarte, Drucker, Plotter, Scanner etc.) und nach entsprechenden Vista-Treibern zu suchen. Erst wenn diese Hürden genommen sind, sind keine bösen Überraschungen nach Kauf zu erwarten!

© C.A.T.S. Software GmbH