Seit vielen Jahren wird an der BBS Fredenberg in Salzgitter
die Weiterbildung zum Techniker in der Fachrichtung Heizungs- Lüftungs-
und Klimatechnik angeboten. In den Jahren wurden die verschiedensten
Berechnungsprogramme diverser Softwarehersteller zur Unterrichtsunterstützung
und für die Ausarbeitung des Abschlussprojektes eingesetzt. Am
Anfang des Schuljahres 2006/2007 kam dann der Entschluss des Lehrergremiums,
eine fortschrittliche, auf CAD- basierende Software, einzusetzen. Denn
man hatte einstimmig festgestellt, dass eine tabellarische Eingabe der
Daten in ein Berechnungsprogramm nicht mehr Stand der Technik ist. Die
Schule entschied sich für den Einsatz der C.A.T.S. Software. Es
wurde vom Softwarehersteller eine Schulversion für die 20 mobilen
CAD- Arbeitsplätze der Technikerschule sehr günstig zur Verfügung
gestellt. Da das Zeichnen mit einer aktuellen Version von AutoCAD ein
Kernpunkt des ersten Ausbildungsjahres an der Schule ist, sollte der
Einstieg in die teils auf AutoCAD basierende C.A.T.S. Software weder
für Lehrer noch für die Schüler ein großes Problem
darstellen.
Zwischen den werdenden Technikern und dem Lehrergremium wurde vereinbart,
dass ein fester Unterrichtsblock im 2. Ausbildungsjahr für die
C.A.T.S. Software-Schulung zur Verfügung gestellt wird. Diese Schulung
übernahm ein Techniker-Schüler des Jahrganges, der durch seine
mehrjährige vorangegangene Berufserfahrung bereits sehr gute Kenntnisse
im Umgang mit der Software erworben hatte. Außerdem übernahm
der Schüler die Schulung für die Lehrkräfte, die an drei
festen Tagen ganztägig durchgeführt wurde.
Für die Schulung stellte der Schüler Zeichnungen eines tatsächlich
durchgeführten Projektes zur Verfügung. Bei dem Projekt handelte
es sich um ein Mehrfamilienhaus in Salzgitter mit ca. 20 Wohneinheiten
über 5 Etagen.
Nach einer kurzen Einweisung über den Aufbau und die Grundfunktionen
der C.A.T.S. Software in den ersten Unterrichtseinheiten wurde mit der
Auslegung und Zeichnung der Heizungstechnik für das Projekt begonnen.
Es wurden über einen Beamer die einzelnen Arbeitsschritte vorgeführt
und die werdenden Techniker vollzogen die erklärten Punkte an ihren
mobilen Arbeitsplätzen Schritt für Schritt nach. Bei Problemen
und Fragen bekamen die Schüler die entsprechende Unterstützung
des Vortragenden oder man arrangierte sich untereinander. Dies sorgte
nicht nur für Entlastung, sondern förderte auch die Zusammenarbeit
der Schüler untereinander. Nur diese gute Teamarbeit der Klasse
machte eine Software-Schulung in so einer großen Gruppe (20 Schüler)
überhaupt möglich.
Zunächst wurde im C.A.T.S.- Navigator die U-Wert-Berechnung für
das Projekt durchgeführt. Anschließend wurde die Heizlast
nach DIN EN 12831 für das Projekt berechnet. Nach dem Setzen der
Raumnummern und Abgreifen der Raumpolygone mit anschließender
Parametrisierung im Grundriss gingen viele Schüler sehr schnell
zur Berechnung der Gebäudeheizlast über. Es mussten nur noch
die Gebäudedaten im Berechnungsmodul angepasst werden und schon
war die komplette Heizlast berechnet. Als nächster Schritt konnten
nun die Heizkörper nach VDI 6030 ausgelegt und im Grundriss platziert
werden. Die Auswahl der entsprechenden Heizkörperarmaturen und
Anschlussarten wurde ebenfalls ausführlich besprochen und mit großem
Interesse von den Schülern getestet und ausprobiert. Auch dem Einzeichnen
der Heizungsrohrleitungen wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, da man
feststellte, wie einfach es ist, die Leitungen in dreidimensionaler
Ebene in den Grundriss zu konstruieren. Nach Einfügen sämtlich
benötigter Armaturen wurde die Rohrnetzberechnung durchgeführt
und das Rohrnetz entsprechend dimensioniert. Mir diesem Schritt wurden
auch die Voreinstellwerte sämtlicher Heizkörper und Strangregulierventile
berechnet und in die Zeichnung als Beschriftung integriert. Somit wurde
die nach VOB geforderte Berechnung des hydraulischen Abgleichs mit der
Rohrnetzberechnung ebenfalls selbstständig von der Software durchgeführt.
In der Ausführung muss der Heizungsmonteur nun nur noch bei der
Montage den aus der Ausführungszeichnung entnommenen Einstellwert
am Ventil einstellen. Auch dieser im Verlauf der Technikerausbildung
viel diskutierte Punkt fand sehr großen Zuspruch bei den Studierenden,
da man feststellte, wie einfach die Durchführung eines "Hydraulischen
Abgleichs" sein kann.
Für einzelne Räume in dem geplanten Mehrfamilienhaus wurde
Fußbodenheizung vorgesehen. Diese wurde ebenfalls mit der Software
nach DIN EN 1264 ausgelegt und in den Grundriss eingezeichnet. Die Heizkreisverteiler
wurden angeschlossen und in das Heizungssystem integriert. Auch hier
wurden nach Durchführung der Berechnung die Voreinstellwerte der
Ventile bzw. Verschraubungen am Heizkreisverteiler vom Programm ermittelt
und angegeben.
Nach beschriebener zeichnerischer und rechnerischer Vorarbeit konnte
nun eine Massenermittlung und entsprechende Leistungsverzeichnisse aus
der Grundrisszeichnung erstellt werden.
Für den Bereich der Heizungstechnik wurde abschießend das
Programmmodul Heizung-Schema vorgestellt. Nach wenigen Unterrichtseinheiten
waren die Schüler auch hier in der Lage, Rohrnetzberechnung und
Massenermittlung direkt aus dem Heizungsschema durchzuführen.
Im zweiten Teil der Software- Schulung wurde das Augenmerk auf die Lüftungstechnik
gelegt. Hier wurden Luftauslässe im Grundriss platziert und an
das Kanalsystem angeschlossen. Die Lüftungsleitungen wurden mit
Hilfe der Software dimensioniert und direkt in 3D eingezeichnet. Sämtliche
Komponenten wie z.B. Brandschutzklappen, Schalldämpfer usw. wurden
ebenfalls in das Kanalsystem eingebunden und mit den von Herstellern
zur Verfügung gestellten Berechnungsdaten versehen. Nachdem das
Lüftungssystem mit der Software komplett in 3D gezeichnet und dargestellt
wurde, war die anschließende Kanalnetzberechnung keine Schwierigkeit
mehr. Auch hier wurde das Problem des hydraulischen Abgleichs des Lüftungssystems,
ähnlich wie bei der Heizungstechnik, von der Software sehr gut
gelöst. Das Programm gibt nämlich sämtliche Drosselwerte
für entsprechende Kanalstellen vor Luftauslässen als separate
Liste aus. Somit kann für diese Drosselpunkte entsprechend eine
Drosselklappe oder ein Volumenstromregler ausgelegt werden. Auch für
dieses Gewerk wurden eine Massenermittlung und zusätzlich ein Kanalaufmass
nach VOB durchgeführt.
In den letzten Unterrichtseinheiten vor der Abschlussprüfung der
Technikerklasse wurde für mehrere Referenzräume die Kühllast
nach VDI 2078 ermittelt und ein Lüftungszentralgerät auf Basis
einer Herstellergeräteskizze in 3D gezeichnet und dargestellt.
Im Verlauf des Schuljahres hat der wöchentliche Unterrichtsblock
mit der C.A.T.S. Software an der Techniker Schule für großen
Zuspruch bei Schülern und Lehrern gefunden. Die Schüler haben
sich mit großem Engagement der Herausforderung gestellt, eine
neue auf ACAD basierende Software zu erlernen und auch einzusetzen.
Für den Erfolg der Maßnahme spricht auch, dass mehr als 90
Prozent der Schüler ihre teilweise sehr anspruchsvollen Abschlussprojekte
erfolgreich mit der C.A.T.S. Software realisiert haben. Dieses gute
Ergebnis spricht für sich selbst!
Das Arbeiten mit C.A.T.S.-Software an der Schule in Salzgitter war sehr
erfolgreich und die Schüler haben viel dazu gelernt. Voraussetzung
für eine erfolgreiche Schulung ist jedoch die gründliche Vorbereitung
des Schulungskonzeptes und das Vertrauen in den Referenten für
die Anwendung der C.A.T.S.-Software.
Dies unterstützte die C.A.T.S. Software GmbH mit einer kostenlosen
Schulung der Lehrkräfte.
Bericht von Steffen Hufeisen
Techniker Schüler an der Techniker Schule in Salzgitter
in den Schuljahren 05/06 und 06/07.
Seitdem angestellt als Techniker bei der Veltum GmbH aus Waldeck - Sachsenhausen
©
C.A.T.S. Software GmbH