C.A.T.S. und ennovatis kooperieren

C.A.T.S. Software GmbH und der Hersteller von Energiemanagement-Systemen ennovatis kooperieren ab 2008. Ziel ist die Einbindung der grafischen Datenerfassung CADdict und der ennovatis EnEV+, einer Lösung für die Erstellung von bedarfsorientierten Energieausweisen nach der DIN V 18599 in die C.A.T.S. Software. Wir stellen in dem folgenden Beitrag unseren neuen Partner vor.

Die ennovatis GmbH mit Standorten in Großpösna bei Leipzig und Kornwestheim bei Stuttgart beschäftigt sich nicht nur mit dem Management von Energie, das Unternehmen scheint auch selbst unter Strom zu stehen. Die Zahl von 20 Mitarbeitern Anfang 2007 hat das Unternehmen inzwischen verdoppelt. Tendenz: weiter steigend. Und Langeweile hat dort wirklich niemand. Dr. Roland Kopetzky, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, ist eigentlich rund um die Uhr im Einsatz. Wochenende inklusive. "Wir wissen kaum, wie wir die vorhandenen Aufgaben bewältigen sollen. Dafür haben wir einfach zu viel zu tun."

Das verwundert eigentlich nicht bei den steigenden Energiepreisen und dem steigenden Energieverbrauch in Deutschland. Denn ennovatis beschäftigt sich mit dem Energie-Sparen in Wohnanlagen, Bürogebäuden, Schulen und Krankenhäusern oder der Industrie. Roland Kopetzky: "20 Prozent der Energiekosten lassen sich fast immer einsparen. Wir hatten jedoch schon Fälle, in denen der Energieverbrauch um über 30 Prozent gesenkt werden konnte." Was jedoch nicht heißt, dass die Mieter oder Mitarbeiter dann im Kalten sitzen. "Den größten Teil der Einsparungen erzielen wir durch die Optimierung von Heizkesseln, der Beseitigung von defekten Klospülungen, dem Abschalten von Treppenhausbeleuchtungen wenn alle Mitarbeiter das Gebäude verlassen haben und zahlreichen ähnlichen Aktionen."

Institut für Kernenergetik und Energiesysteme als Keimzelle

Das klingt banal, ist es aber nicht. Denn in der Regel ist die Verbrauchssituation vollkommen intransparent und eine systematische Auswertung der realen Verbrauchswerte war bis vor kurzem gar nicht möglich. Dafür fehlte schlicht die Technik, wie ein junges Team am Institut für Kernenergetik und Energiesysteme (IKE) an der Hochschule Stuttgart erkannte. Unter der Leitung von Professor Fritz Schmidt und Dr. Michael Weigele entwickelten die Wissenschaftler dort Dienstleistungen und Produkte für das Energie-Controlling und die Planung von energieeffizienten Gebäuden. Bekanntes Beispiel ist der EnergieSparCheck, der vom Handwerkstag Baden-Württemberg angeboten wird.

Hartmut Freihofer, ebenfalls Geschäftsführer bei der ennovatis und Ende der 90er Jahre gemeinsam mit Roland Kopetzky am IKE an der Entwicklung der Energiemanagement-Lösungen beteiligt, weist auf ein Grundproblem der wissenschaftlichen Arbeit hin: "Bei der Entwicklung neuer Technologien waren wir von projektgebundenen Forschungsmitteln abhängig. Für eine systematische Weiterentwicklung unserer Ansätze brauchen wir jedoch kontinuierliche Einnahmen. Einen systematischen Vertrieb kann man innerhalb der universitären Strukturen jedoch nicht aufbauen. Deshalb haben Roland und ich uns im September 2000 zu einer Ausgründung entschlossen."

Gemeinsam begannen die beiden Wissenschaftler ein systematisches Energiemanagement aufzubauen. Hartmut Freihofer: "Eine Verbindung aus Planung und Controlling gab es noch nicht. Dabei ist gerade für eine nachhaltige Senkung des CO2-Ausstoßes ein systematisches Energiemanagement wichtig, das die Planung und Errichtung eines Gebäudes und seiner Anlagen mit der anschließenden Kontrolle und Wartung in der Betriebsphase verbindet." In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt entwickelte ennovatis gemeinsam mit dem IKE ein wissensbasiertes Energiemanagement. Ziel des Vorhabens war die Einführung des Energiemanagements als neue Dienstleistung für mittelständische Unternehmen.

Aus dem Dienstleistungsangebot wurde schnell eine ganze Produktpalette. Neben ennovatis Controlling und ennovatis Planning bietet das Unternehmen aus Großpösna mit ennovatis EnEV ein Werkzeug zur Erstellung von energetischen Nachweisen für Alt- und Neubauten und mit ennovatis EnEV+ eine Lösung für bedarfsorientierte Energieausweise für Nicht-Wohngebäude nach DIN V18599. Ergänzt werden die Energiemanagement-Lösungen durch ennovatis CADdict, einer Anwendung zur grafischen Erfassung von Gebäuden. CADdict ist in ennovatis Planning und der ennovatis EnEV+ integriert. Der große Vorteil: der Aufwand für die Gebäudeerfassung reduziert sich gegenüber der herkömmlichen Aufnahme der Gebäude erheblich.

Ideale Ergänzung zum Portfolio der C.A.T.S. Software GmbH

Mit der Entwicklung der DIN V 18599 hat sich die Situation auch für C.A.T.S. verändert: War die Energieberechnung anfangs vor allem bei Architekten, Bauingenieuren und Statikern angesiedelt, so verlagert sich die Verantwortlichkeit und die dazu notwendige Kompetenz immer mehr zu den technischen Planern in der einzelnen Gewerke. Andreas Schwab, Geschäftsführer der C.A.T.S. Software GmbH, erläutert: "Wir bekommen immer mehr Anfragen von Planungsbüros, die bereits eine Lösung für die Berechnung der Heiz- und Kühllast im Einsatz haben. Und natürlich will kein Planer die Daten für die Energieberechnungen doppelt eingeben und pflegen."

Die Firma C.A.T.S. Software GmbH begann bereits 1989 mit der Entwicklung von 2D-CAD-Systemen in der TGA. 1994 folgte mit dem Gewerk "Lüftung" ein 3D-System, welches heute zu den führenden Systemen auf dem Markt gehört. In den Folgejahren haben die C.A.T.S.-Entwickler auch die Gewerke "Heizung", "Sanitär" und "Lüftung" auf eine dreidimensionale Plattform gehoben. Die C.A.T.S.-Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass sowohl die integrierten hydraulischen Berechnungen als auch die Heiz- und Kühllastberechnungen den Planungsprozess interaktiv unterstützen.

Heute befinden sich mehr als 3.000 Lizenzen der integrativen Lösung europaweit im Einsatz. Andreas Schwab: "Anfangs hatten wir mit der traditionellen Trennung der Gewerke zu kämpfen. Die Marktanforderungen zwingen jedoch die Ingenieurbüros zu einer Neustrukturierung und dem Einsatz einer gewerkeübergreifenden Anwendung. Nun zeigt sich, dass wir mit der frühzeitigen Entwicklung einer integrierten Gesamtlösung genau richtig lagen - zumal die Berechnungen der Lasten, der Hydraulik und des Energieverbrauchs ohnehin ineinander greifen."

Um die Anfragen der Planungsbüros kurzfristig befriedigen zu können, entschloss sich C.A.T.S. dazu, eine bestehende Lösung in ihr Portfolio zu integrieren. Andreas Schwab: "Mit ennovatis können wir ausgezeichnete Synergien realisieren. Basis ist das Gebäudemodell der ennovatis-Tochter CADdict. Es beruht auf einem sehr innovativen Grafikmodul, welches Zeichnungen von Gebäuden analysiert, dreidimensional visualisiert und in einer bidirektionalen Datenbank ablegt." CADdict erlaubt sowohl die grafische wie die alphanumerische Bearbeitung von Objekten. Änderungen im Modell, etwa die Wandlung von einer Außen- in eine Innenwand, werden von dem System selbstständig erfasst. Auch die automatische Erkennung von Nachbarräumen ist eine wichtige Funktion der Anwendung, erläutert der C.A.T.S.-Geschäftsführer.

"Wir haben die Entscheidung zur Integration von CADdict in den C.A.T.S.-Navigator sehr schnell gefällt", berichtet Andreas Schwab, "zumal das auf dem gleichen Gebäudemodell basierende Programm zur Energieberechnung nach DIN V 18599 dadurch für alle C.A.T.S.-Software-Kunden zur Verfügung steht." Die Integration von CADdict und ennovatis EnEV+ wird voraussichtlich mit dem C.A.T.S. Software Update im ersten Quartal 2008 verfügbar sein.

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