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Auslegungskriterien
der thermischen Behaglichkeit für Heiz- und Kühllastberechnungen
veröffentlicht in:
Thermische
Behaglichkeit. Auslegungskriterien für Heiz- und Kühllastberechnungen
TAB 09/2010, S. 34-41.
CSE
Nadler
Dipl.-Ing. Norbert Nadler
Arnstädter Str. 7, 16515 Oranienburg
Tel.: (03301) 579 39-0
E-Mail: n.nadler@cse-nadler.de
Website: www.cse-nadler.de
Durch
die Herausgabe der DIN EN 15251 [1] wurden die Auslegungskriterien
für das thermische Raumklima bei der Kühl- und
Heizlastberechnung auch auf europäischer Ebene festgelegt.
Die Norm bestimmt, dass die Auslegungswerte für die
operative Raumtemperatur aus dem Prozentsatz der Unzufriedenen
(PPD-Wert, s. DIN EN ISO 7730 [2]) zu ermitteln sind. Die
genaue Festlegung soll auf nationaler Ebene für typische
Aktivitäten und Wärmedämmwerte der Bekleidung
erfolgen. Alternativ ist auch die direkte Verwendung des
PPD-Wertes bei der Auslegung möglich. Hier wird gezeigt,
dass diese Methode zu bevorzugen ist und dass die meisten
am Markt erhältlichen Kühllastprogramme den allgemein
anerkannten Regeln der Technik nicht mehr entsprechen.
Behaglichkeitsmodelle
und Begriffe
Zum
leichteren Verständnis sollen zunächst einige
grundlegende Begriffe aus dem Thema "Thermische Behaglichkeit"
kurz erläutert werden.
Erwartungsmodell
Thermische Behaglichkeit stellt sich dann ein, wenn das
Umgebungsklima den Erwartungen entspricht. Demnach tolerieren
wir im Sommer höhere und im Winter niedrigere Raumtemperaturen.
Aus diesem Modell resultieren die Grenzkurven für eine
Raumtemperatur in Abhängigkeit der Außenlufttemperatur,
z.B. in der DIN 1946-2 [3] oder im Bielefelder 26 °C-Urteil
[4].

Bild
1: Bereiche zulässiger operativer Raumtemperaturen
Problematisch
ist hierbei, dass die Außenlufttemperatur den täglichen
Schwankungen unterliegt und sich dadurch die Anforderungen
ständig ändern. Besser ist es, für die Außenlufttemperatur
einen statistischen Wert (täglichen Mittelwert oder
Extremwert) heranzuziehen.
Wärmebilanzmodell
Nach dem Wärmebilanzmodell stellt sich thermische Behaglichkeit
dann ein, wenn ein thermisches Gleichgewicht zwischen Wärmeabgabe
des Körpers und seiner inneren Wärmeproduktion
(Aktivität) vorliegt. Fanger hat hierfür bereits
1964 seine Fanger'schen Komfortgleichungen aufgestellt,
die in der DIN EN ISO 7730 [2] seit 1984 international anerkannt
sind. Die Komfortgleichungen sind abhängig von:
-
der mittleren Raumlufttemperatur
-
der mittleren Strahlungstemperatur
- der
relativen Luftgeschwindigkeit an der Person
- der
relativen Luftfeuchtigkeit im Raum
- dem
Bekleidungsgrad (Wärmedämmwert, Einheit in clo
= 0,155 m² K/W)
- dem
Aktivitätsgrad (innere Wärmeproduktion, Einheit
in met = 58,15 W/m²)
Man
erkennt hier schon, dass wesentlich mehr und qualifiziertere
Parameter den thermischen Komfort bestimmen, als beim Erwartungsmodell.
Mit den Komfortgleichungen wird letztlich ein Prozentsatz
Unzufriedener (PPD-Wert) berechnet, der ein Maß für
den thermischen Komfort in einem Raum darstellt und damit
als ein Klimasummenmaß verstanden werden kann. Der
minimale PPD-Wert ist nach unten begrenzt, da 5 % immer
unzufrieden sind.
Die
PPD-Bewertung betrifft den Körper insgesamt und wird
daher als globales thermisches Behaglichkeitskriterium bezeichnet.
Lokale
thermische Behaglichkeit
Erwärmung oder Abkühlung bestimmter Körperteile,
wie z.B. durch Zugluft, vertikale Lufttemperaturunterschiede,
warme und kalte Fußböden, Asymmetrie der Strahlungstemperatur
üben ebenfalls einen Einfluss auf die thermische Behaglichkeit
aus. In der DIN EN ISO 7730 führen auch diese Parameter
zu einer Berechnung des Prozentsatzes an Unzufriedenen (PD-Wert).
Die DIN EN 15251 [1] enthält daher nur einen Verweis
auf diese Norm, betont aber, dass auch die lokale thermische
Behaglichkeit bei der Auslegung zu berücksichtigen
ist.
Raumlufttemperatur
Die Temperatur der Raumluft ist maßgeblich für
die konvektive Wärmeabgabe des Menschen und nimmt somit
auch Einfluss auf die Wärmeabgabe des Körpers.
Sie kann örtlich verschieden sein, es wird aber nur
der Mittelwert betrachtet. Die Raumlufttemperatur muss strahlungsgeschützt
gemessen werden.
Operative
Raumtemperatur
Die operative Raumtemperatur wird in der Literatur als eine
Empfindungstemperatur angesehen und setzt sich aus der Raumlufttemperatur
und der mittleren Raumumschließungsflächentemperatur
zusammen. Letztere wird auch Strahlungstemperatur genannt,
da sie für die Strahlungswärmeabgabe der Person
verantwortlich ist. Sie kann mit einem Globe-Thermometer
gemessen werden. Die Norm-Innentemperatur in der Heizlastberechnung
nach DIN EN 12831 [5] entspricht der operativen Raumtemperatur.
Berechnet
wird die operative Raumtemperatur durch

Der
Wichtungsfaktor a wird im Wesentlichen von der Luftgeschwindigkeit
bestimmt. Im Bereich 0 bis 0,2 m/s liegt er bei 0,43 bis
0,57. In der Literatur wird oft ein Wert von a = 0,5 empfohlen,
wodurch sich eine arithmetische Mittelung von
und
ergibt.
Berücksichtigt
man die Abhängigkeit von der Luftgeschwindigkeit, stellt
die operative Raumtemperatur eine relativ aussagekräftige
Klimasummengröße dar. Sie beinhaltet jedoch nicht
den Einfluss der Raumluftfeuchte sowie der Aktivität
und Bekleidung. D.h., bei gleicher operativer Raumtemperatur
sind sehr unterschiedliche PPD-Werte möglich. Wahrscheinlich
verzichtete man deshalb auf den Begriff "Empfindungstemperatur"
und verwendet dafür die Bezeichnung "operative
Raumtemperatur".
Sowohl
der PPD-Wert als auch die operative Raumtemperatur beinhalten
nicht die direkte Absorption der kurzwelligen Strahlung
auf der Körper- bzw. Kleidungsoberfläche durch
die Sonne oder Beleuchtung. Diese Vorgänge wirken sich
nur indirekt über die Erhöhung der Raumoberflächentemperatur
infolge kurzwelliger Absorption aus, wodurch eine Umwandlung
in langwellige Strahlung stattfindet. Insofern sind diese
beiden Klimasummenmaße in Räumen mit viel Glasflächen
kritisch zu betrachten. Allerdings würde die Berücksichtigung
der kurzwelligen Strahlung in einem Klimasummenmaß
den zusätzlichen Parameter "Farbe der Bekleidung"
erfordern, der im Planungsstadium eher selten bekannt ist.
Einleitung
Die
operative Raumtemperatur als Auslegungskriterium wird schon
seit der Herausgabe der DIN 1946-2 [3] im Jahr 1994 gefordert.
Die Ausgabe von 1983 stellte noch Anforderungen nur an die
Raumlufttemperatur. Man wollte somit der Erkenntnis Rechnung
tragen, dass die Raumlufttemperatur alleine nicht den thermischen
Komfort bestimmt.
Diese
Änderung hatte zur Folge, dass sich insbesondere bei
der Kühllastberechnung nach VDI 2078 [6] Probleme bezüglich
die Auslegungstemperatur zur Einhaltung thermischer Behaglichkeitsanforderungen
ergeben. Mit dieser Richtlinie ist die Ermittlung der Kühllast
für eine bestimmte Soll-Raumlufttemperatur bzw. die
Überprüfung der Ist-Raumlufttemperatur bei Unterdimensionierung
der Kühlleistung möglich. Die Angabe der operativen
Raumtemperatur ist in der Richtlinie nicht vorgesehen. Damit
kann nicht überprüft werden, ob die Bedingungen
der thermischen Behaglichkeit nach den o.g. Normen eingehalten
werden.
In
der Praxis wurde dieser Umstand bisher ignoriert. Die Vorgehensweise
der VDI 2078 ist jedoch für die meisten Anwendungsfälle
korrekt. Als Zielgröße der Berechnung sollte
immer die Temperatur gewählt werden, die am Raumregler
der ausgeführten Anlage auch gemessen wird. In der
Regel ist diese eine Lufttemperatur, nur in einigen Ausnahmefällen
auch eine empfundene Temperatur mit einem Globe-Temperaturfühler.
Der
Mangel der VDI 2078 liegt nur in der fehlenden Berechnungsgleichung
für die operative Temperatur. In [7] wurde jedoch gezeigt,
wie die sich unter den gegebenen thermischen Bedingungen
einstellende operative Temperatur aus den vorhandenen und
bekannten Größen der VDI 2078 errechnet lässt.
Die Untersuchung in [8] wies eine gute Übereinstimmung
mit den Ergebnissen eines thermischen Simulationsprogrammes
aus. Inzwischen konnte der Algorithmus auch so erweitert
werden, dass die Vorgabe einer Soll-Operativtemperatur bei
der Kühllastberechnung möglich ist. Damit finden
auch Globe-Temperaturfühler im Raumregler Berücksichtigung.
Für die Berechnung wird eine Iteration nicht benötigt.
Als
Gegenbeispiel sei hier die Heizlastberechnung nach DIN EN
12831 angeführt, die für eine vorgegebene Norm-Innentemperatur
durchgeführt wird. Die Messfühler für die
Raumregler sind allerdings auch hier i.d.R. Lufttemperaturfühler.
Sofern andere Größen, wie z.B. die Heizwassertemperatur,
nur einen geringen Einfluss ausüben, wird sogar beim
Thermostatventil weitestgehend die Raumlufttemperatur erfasst.
Die Leistungsangabe der Heizkörper bezieht sich auch
auf eine Lufttemperatur, da die Art der Leistung überwiegend
Konvektiv ist. Der Lüftungswärmeverlust müsste
eigentlich mit der Lufttemperaturdifferenz zwischen innen
und außen berechnet werden. Stattdessen wird die Norm-Innentemperatur
und die Norm-Außentemperatur verwendet. Letztere enthält
eine Außentemperaturkorrektur abhängig von der
Gebäudezeitkonstante, obwohl der Lüftungsanteil
in der Heizlast sofort wirksam wird.
Eine
solche Vorgehensweise bedingt einen nicht definierten Planungszustand.
Allerdings verlangt das Hauptblatt der Heizlastnorm die
DIN EN 12831 [5] im informativen Anhang B.2 Korrekturen,
wenn die Abweichung zwischen Luft- und operativer Temperatur
mehr als 1,5 K beträgt. Die Frage ist, ob hiervon in
den gängigen Heizlastprogrammen Gebrauch gemacht wird.
Auslegungskriterien
in verschiedenen Richtlinien und Normen
Neben
der operativen Raumtemperatur sind allerdings noch weitere
Zustandsgrößen, z.B. die Raumluftfeuchte (s.o.),
für die thermische Behaglichkeit maßgeblich.
Folgende Auslegungskriterien sind daher z.Z. in den Richtlinien
und Normen zu finden:
Berufsgenossenschaftliche
Informationen BGI 7003 (vorher BGI 5012):
Auslegungskriterien für die Raumlufttemperatur und
Raumluftfeuchte in Form eines Risikographen.
Arbeitsstättenrichtlinie
ASR6 [9]:
Auslegungskriterien für die Raumlufttemperatur in Abhängigkeit
der Außenlufttemperatur (wird aber z.Z. überarbeitet).
DIN
4108-2 [10]:
Diese Norm gehört zu den Normen der Energieeinsparverordnung
(EnEV) und ist bauaufsichtlich eingeführt. Im Zusammenhang
mit dem sommerlichen Wärmeschutznachweis werden Grenzwerte
der Innentemperatur festgelegt (25-27 °C je nach Klimaregion).
Es ist anzunehmen, dass mit der Innentemperatur die operative
Raumtemperatur gemeint ist.
DIN
EN 15251 [1]:
Auslegungskriterien für die operative Raumtemperatur
und Raumluftfeuchte, alternativ auch für den PPD-Wert
nach DIN EN ISO 7730 [2].
VDI
4706-1 Entwurf [11]:
Geplant als nationales Beiblatt der DIN EN 15251. Auslegungskriterien
für die operative Raumtemperatur in Abhängigkeit
von der Raumluftfeuchte in Form einer Graphik für einen
Standardfall.
VDI
3804 [12]:
Im Abschnitt 6.3 heißt es hierzu: "Als Bewertungsmaßstab
für die Temperatur ist die operative Raumtemperatur
heranzuziehen.
.. Für die Beurteilung der empfundenen
Temperatur ist darüber hinaus der Einfluss der relativen
Feuchte zu berücksichtigen." Die Auslegungswerte
für die operative Raumtemperatur sind aus dem informativen
Anhang A der DIN EN 15251 Tab. A.2 für Büroräume
entnommen.
Fachinstitut
Gebäude-Klima FGK Status-Report 8 [13]:
Arbeitsmediziner fordern eine Raumluftfeuchtigkeit von 40
%. Dieser Empfehlung schließt sich das Fachinstitut
Gebäude-Klima e.V. an.
ASHRAE
Standard 55-2004 [14]:
Graphische Methode in Abhängigkeit von der operativen
Raumtemperatur und Raumluftfeuchte für einen Standardfall.
Ansonsten PPD-Wertmethode gem. DIN EN ISO 7730 [2] für
alle anderen Fälle.
Zukünftig
soll die DIN EN 15251 die zentrale Norm für die Auslegungskriterien
werden. Sie definiert Behaglichkeitskategorien (s. Tabelle
1) und gibt an, wie Auslegungskriterien für die Anlagendimensionierung
erstellt und verwendet werden können. Innentemperaturen
für die Heiz- und Kühllastberechnung sind auf
nationaler Ebene festzulegen. Ein Vorläufer dieser
nationalen Festlegung ist die VDI 4706. Der Entwurf dieser
Richtlinie behandelt jedoch nur einen Standardfall (Aktivität
1,2 met, Kategorie II). Im informativen Anhang A der DIN
EN 15251 sind dagegen noch weitere Beispiele für empfohlene
Auslegungswerte der Innenraumtemperatur enthalten (s. Tabelle
2).
Nach
der europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden (EPBD 2002) kann gem. Artikel 7, Abs.
(3) die Bandbreite der empfohlenen und aktuellen Innentemperaturen
und gegebenenfalls weitere relevante Klimaparameter deutlich
sichtbar im Energieausweis angegeben werden. Das ist auch
sinnvoll, da der Energieverbrauch im Zusammenhang mit dem
thermischen Komfort und damit mit einem Qualitätsmerkmal
zu bewerten ist.
Tabelle
1: Behaglichkeitskategorien nach DIN EN 15251 [1]

Tabelle
2: Beispiele für empfohlene Auslegungswerte der Innenraumtemperatur
(Auszug aus DIN EN 15251 [1, Tab. A.2])

Die
Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB)
sieht in ihrem Gebäudezertifikat ebenfalls eine Berücksichtigung
von thermischen Behaglichkeitsparametern getrennt nach Sommer
und Winter vor (Kriterium 18 und 19). Dabei haben die Behaglichkeitskategorien
nach DIN EN 15251 einen direkten Einfluss auf die Punktvergabe.
Allerdings geht der thermische Komfort im Sommer und Winter
nur zu insgesamt 4,018 % in das Endergebnis ein [15]. Das
geht aus den Steckbriefen zum BNB-Bewertungssystem vom BMVBS
(www.nachhaltigesbauen.de) hervor, welche die DGNB zum größten
Teil übernommen hat. Wie Abweichungen von der besten
Behaglichkeitskategorie I bewertet werden, ist wohl nur
zu erfahren, wenn man das DGNB-Handbuch erwirbt.
Der
Klimaerlass 2008 des BMVBS [16] verlangt, dass für
Bauvorhaben des Bundes die Raumtemperaturen dem informativen
Anhang A der DIN EN 15251 (s. Tab. 2) entsprechen. Für
Neubauten sind grundsätzlich die Temperaturgrenzen
der Kategorie II, für Sanierungsvorhaben die der Kategorie
III einzuhalten.
Beispielrechnungen
für die globale Behaglichkeit
Die
Umrechnung einer PPD-Wertvorgabe entsprechend der Behaglichkeitskategorie
in eine bestimmte operative Raumtemperatur als Auslegungskriterium
in der DIN EN 15251 bzw. VDI 4706 ist eigentlich überflüssig,
wenn man im Programm für die Lastberechnung direkt
den PPD-Wert benutzt. Der Nachteil der Umrechnung in einer
normativen Festlegung -was im Grunde eine Rückrechnung
ist- liegt darin, dass für die Parameter Luftgeschwindigkeit,
Luftfeuchtigkeit, Bekleidungsgrad und Aktivitätsgrad
Annahmen zu treffen sind, wodurch der Anwendungsbereich
der operative Raumtemperatur als Auslegungskriterium einschränkt
wird. Neben diesen Annahmen musste in Tabelle 2 auch vorausgesetzt
werden, dass Raumlufttemperatur und operative Raumtemperatur
gleich groß sind.
Anhand
einiger Rechenbeispiele soll gezeigt werden, welche Größenordnung
die Differenz zwischen operativer Temperatur und Lufttemperatur
in Abhängigkeit verschiedener Parameter hat. Hierfür
wird das Zeichensaal-Beispiel der VDI 2078 [6] verwendet,
wobei alle Innenlasten durch die Angabe einiger spezifischer
Werte in W/m² mit dem zugehörigen Konvektivanteil
ersetzt werden. Dadurch können neben der Belastung
durch die Sonne weitere Strahlungsbelastungen untersucht
werden. U- und g-Werte der Außenbauteile sowie der
Speichertyp werden ebenfalls variiert, um auch die neuen
Wärmeschutzanforderungen der EnEV 2009 zu berücksichtigen.
Die Berechnungen wurden mit dem C.A.T.S.-Kühllastprogramm
durchgeführt.
| Beschreibung
der Variante: |
|
| Abmessungen: |
Zeichensaal
der VDI 2078 |
| Berechnungsmonat: |
Juli |
| Betriebszeit: |
7
- 17 Uhr |
| Anlagenbetriebszeit: |
7
- 17 Uhr (nur Kühlung, Heizung aus) |
Tabelle
3: Maximalwerte für Kühllast, Temperaturen und
PPD-Wert, Raumtyp XL

Tabelle
4: Maximalwerte für Kühllast, Temperaturen und
PPD-Wert, Raumtyp S

Um
einen praxisnahen Eindruck zu erhalten sind in Tabelle 5
zusätzlich die Ergebnisse des Zeichensaals mit realen
Innenlasten dargestellt. Als Vorlage diente dabei der Klimaerlass
2008 des BMVBS [16].
| Beschreibung
der Variante: |
|
| Abmessungen: |
Zeichensaal
der VDI 2078 |
| Berechnungsmonat: |
Juli |
| Belegung: |
48
Personen von 7 - 12 und 13-17 Uhr, 1,4 met, 0,5 clo |
| Anlagenbetriebszeit: |
7
- 17 Uhr (nur Kühlung, Heizung aus) |
| Fugenlüftungswechsel: |
0,05
1/h ganztägig |
| Beleuchtung: |
keine,
da durch Fenster tageslichtversorgt |
| Maschinen
und Geräte: |
3
W/m² außerhalb, 10 W/m² innerhalb der
Betriebszeit |
| Sonnenschutz: |
wenn
Gesamtstrahlung vor der Fassade 200 W/m² übersteigt |
| Raum: |
Luftgeschwindigkeit
0,1 m/s, Soll-Raumluftfeuchte 50 % |
Tabelle
5: Maximalwerte für Kühllast, Temperaturen und
PPD-Wert, Raumtyp S
Zeichensaal mit realen Innenlasten und Betrieb

Die
Tabellen 3 bis 5 enthalten die jeweiligen Maximalwerte innerhalb
der Betriebszeit. Eine zunehmende Strahlungsbelastung -bzw.
ein abnehmender Konvektivanteil- bewirkt einen Anstieg der
inneren Oberflächentemperatur der Raumumschließungsflächen.
Das hat zur Folge, dass die operative Temperatur größer
als die Raumlufttemperatur wird. Die Differenz ist in der
Spalte
aufgeführt.
Die
Beispiele zeigen, dass mit zunehmendem Strahlungsanteil
die max. Kühllast durch die Speicherung in den Bauteilen
zwar abnimmt, die operative Temperatur aber zunimmt (vgl.
auch Bild 2). Diese Erscheinung geht einher mit einer Zunahme
des PPD-Wertes. Wärmedämmung und Raumtyp (Bauschwere)
haben einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Differenz.

Bild
2: Temperaturdifferenz TOP - TL und PPD-Wert in Abhängigkeit
des Konvektivanteils der Gesamtbelastung (Sonnenstrahlung
+ innere Wärmequellen) für das Rechenbeispiel
"Zeichensaal"
Ferner
zeigt das Beispiel in Tabelle 5 Spalte ,
dass trotz geringer Unterschreitung der max. Temperatur
im Sommer von 26 °C gem. Tabelle 2 die Kategorie II
nicht eingehalten wird, da der PPD-Wert hier 12 % statt
< 10 % (vgl. Tabelle 1) beträgt. Die Differenz
beträgt auch hier 1,9 K.
Bewertung
Die
Einteilung der Behaglichkeitskategorien nach DIN EN 15251
erfolgt in 4 bis 5 %-Schritten beim PPD-Wert (vgl. Tabelle
1) und in 0,5 bis 1 K-Schritten bei der operativen Temperatur
(vgl. Tabelle 2). Die Beispielrechnungen belegen jedoch,
dass die Sensibilität gegenüber dem Strahlungsanteil
der Belastung so groß ist, dass die Grenzen der Behaglichkeitskategorien
nach DIN EN 15251 sehr leicht überschritten werden
können.
Die
Berechnungen wurden für eine Soll-Lufttemperatur von
24 °C durchgeführt. In der Praxis wurde beobachtet,
dass einige Planer einen Sollwert für die Lufttemperatur
von 26 °C bevorzugen. Hintergrund sind hierfür
wohl die bekannten Gerichtsurteile und die ASR6 [9]. Gemäß
den obigen Beispielen kann die operative Temperatur in normalen
Anwendungsfällen 1 bis 4 K über der Lufttemperatur
liegen. Damit wären die Auslegungskriterien nach den
einschlägigen und aktuellen Normen, nämlich die
operative Temperatur oder der PPD-Wert, erheblich überschritten.
Das Problem ist, dass der Planer hierüber gar keine
Kenntnis erhält, da die VDI 2078 [6] die Angabe der
operativen Temperatur nicht vorsieht.
Das
enge Raster in Tabelle 2 ( 1
K) verlangt eigentlich, dass nur der PPD-Wert das Auslegungskriterium
sein müsste. Die Empfehlungen der DIN EN 15251 zu den
operativen Temperaturen in Tab. A.2 enthalten Annahmen,
die einen starken Einfluss auf den PPD-Wert ausüben.
Wie bereits ausgeführt, gelten die angegebenen Temperaturen
nur unter der Voraussetzung der Gleichheit zwischen Luft-
und Operativtemperatur, was aber durch obige Beispiele widerlegt
wird. Bild 3 zeigt beispielhaft, dass der Einfluss dieser
Differenz sowie weiterer Größen auf den PPD-Wert
sehr hoch sein kann. Die Abhängigkeit des PPD-Wertes
von der Temperaturdifferenz
ist jedoch nicht einheitlich, wie das rechte Diagramm in
Bild 3 zeigt. Wenn die Lufttemperatur 22 °C gewählt
wird, wirkt sich eine höhere Strahlungstemperatur bis
=
2,0 K positiv auf den PPD-Wert aus, d.h. der PPD-Wert nimmt
mit höherer Temperaturdifferenz ab. Für höhere
Luftgeschwindigkeiten wird diese Richtungsumkehr noch verstärkt.
Außerdem
wurde ein bestimmter Bekleidungsgrad und Raumluftfeuchte
angenommen. Beides ließe sich durch eine Variationsbreite
für den Bekleidungsgrad und durch eine Feuchtebilanz
im Kühllastprogramm viel besser erfassen.

Bild
3: Prozentsatz der Unzufriedenen (PPD) in Abhängigkeit
der Differenz zwischen operativer Temperatur und Lufttemperatur
für verschiedene Bekleidungsgrade und relative Luftfeuchten.
Weitere Annahmen: Aktivität 1,4 met, Luftdruck 10 Pa
Folgerungen
und Lösungen
Für
die Einordnung des thermischen Komforts bei der Kühllastberechnung
sind nach den obigen Ausführungen die Raumlufttemperatur,
die operative Temperatur und der PPD-Wert zu betrachten.
Für die Einschätzung der Temperaturen ist noch
die Darstellung eines sog. Behaglichkeitsbandes gemäß
diverser Erwartungsmodelle hilfreich. Damit können
alle o.g. älteren und neueren Auslegungskriterien überprüft
werden.
Der
PPD-Wert nach DIN EN ISO 7730 gilt eigentlich nur für
Beharrungszustände. Die Kühllastberechnung stellt
dagegen ein dynamisches Verfahren in Stundenschritten dar.
Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Akklimatisierung
des Körpers innerhalb einer Stunde vollzogen ist und
somit stundenweise Berechnungen des PPD-Wertes sinnvoll
sind. Allerdings sollten nach [2] die Temperaturänderungen
weniger als 2 K/h betragen.
In
Tabelle 6 wird dargelegt, wie im C.A.T.S.-Kühllastprogramm
für die Berechnung des PPD-Wertes vorgegangen wird.
Gemäß
DIN EN 13779 [18] sind Aktivität und Bekleidung für
jeden Raum zu definieren und zu dokumentieren. Ferner sind
die Auslegungswerte für die Luftgeschwindigkeiten festzulegen.
Die Raumluftfeuchte kann auch als absolute Feuchte, z.B.
Wintermindestwert 6 g/kg und/oder Sommerhöchstwert
12 g/kg vorgegeben werden. Die Personenbelegung ist als
ein Tagesgang anzugeben, z.B. durch Festlegung von stündlichen
Werten an typischen Tagen.
Die
relative Luftfeuchtigkeit hat nicht nur einen Einfluss auf
den PPD-Wert, sondern auch auf die Berechnung der Personenwärme
(feuchte Last) und auf die Beurteilung der Raumluftqualität
(Schimmelpilzkriterium, trockene Luft). Ihr gebührt
daher eine größere Aufmerksamkeit.
Tabelle
6: PPD-Wertberechnung im C.A.T.S.-Kühllastprogramm

Zum
Erhalt der sich einstellenden relativen Raumluftfeuchte
wird eine Feuchtebilanz durchgeführt, in der auch der
Feuchteeintrag eines Außenluftwechsels Berücksichtigung
findet. Wenn die Kühllast als reine Leistung ermittelt
wird -z.B. bei Kühldecken- und keine weitere Lüftung
im Raum angegeben wurde, kann man auch die relative Feuchte
als festen Wert vorgeben. Ansonsten würden sich bei
Vorhandensein von Feuchtequellen im Raum sehr hohe relative
Luftfeuchten einstellen, da kein Luftstrom zur Abfuhr der
Feuchtelast eingetragen ist. Wird im C.A.T.S.-Kühllastprogramm
dagegen eine RLT-Anlage gewählt, ist damit eine Zustandsermittlung
des Zuluftstroms aufgrund der Lasten verbunden, mit der
automatisch auch die Bilanzierung der Feuchte ausgelöst
wird.
In
der nächsten Programmversion kann der Anwender die
Feuchtebilanz zu- oder abschalten. Ist sie abgeschaltet,
wird mit dem eingetragenen Wert gerechnet. Bei Zuschaltung
wird unabhängig davon, ob ein Luftstrom vorhanden ist,
die Feuchtebilanz durchgeführt. Die Speicherung der
Feuchte in den Raumumschließungsflächen wird
näherungsweise durch ein fiktives größeres
Raumvolumen berücksichtigt. Wahlweise ist auch eine
stationäre Bilanzierung möglich.
Die
DIN EN 15251 sieht für den Sommer einen Bekleidungsgrad
von 0,5 clo und für den Winter 1,0 clo vor. Sollte
ein anderer Bekleidungsgrad erwünscht sein, z.B. in
Veranstaltungsräumen oder in der Übergangsjahreszeit,
wird in der nächsten Programmversion die Vorgabe eines
zumutbaren Bereiches möglich sein, in dem vom Nutzer
eine gewisse Anpassungsfähigkeit bezüglich der
Bekleidung an wechselnde Temperaturen erwartet werden kann.
Innerhalb des vorgegebenen Bereiches wird der minimale PPD-Wert
ermittelt.
Die
Festlegung auf 0,5 bzw. 1,0 clo entspricht nicht immer der
Praxis. In manchen Büros ist eine Kleiderordnung vorgeschrieben.
So kann es vorkommen, dass auch im Sommer mit 1,0 clo für
einen Anzug gerechnet werden muss.
Damit
werden mit dem C.A.T.S.-Kühllastprogramm auch Raumnutzungen
erfasst, die in den Normen nicht enthalten sind. Vorteilhaft
wäre, wenn die Normen verschiedene Bekleidungsgradbereiche
für unterschiedliche Nutzungstypen festlegen würden.
Bisher muss man typische Bekleidungskombinationen z.B. aus
der DIN EN ISO 7730 [2, Anhang C] selbst ermitteln.
Bild
4 vermittelt einen Eindruck, wie die Behaglichkeitsauswertung
im C.A.T.S.-Kühllastprogramm erfolgt. Das Balkendiagramm
gibt Auskunft über den PPD-Wert während der Belegungszeit.
Bewegt man den Cursor auf einen Datenpunkt wird der Wert
als Quickinfo angezeigt. Alternativ ist auch eine permanente
Wertanzeige im Diagramm möglich.

Bild
4: Behaglichkeitsauswertung im C.A.T.S.-Kühllastprogramm
Das
grüne Band folgt aus dem zulässigen Bereich der
DIN 1946-2 (s. Bild 1), welches für die operative Temperatur
gilt. Die blaue Kurve (Ist-Operativtemperatur) sollte daher
während der Belegungszeit innerhalb des Bandes liegen.
Der Bogenverlauf des Behaglichkeitsbandes resultiert aus dem
nachmittäglichen Anstieg der Außenlufttemperatur.
Vorgesehen ist im Programm ein frei definierbares Band, welches
auch die unterschiedlichen statistischen Definitionen der
Außenlufttemperaturen erfasst, z.B. den Tageshöchstwert.
Die orangene Kurve stellt den Verlauf der Ist-Lufttemperatur
dar. Wenn nicht gekühlt wird, bzw. bei frei schwingenden
Temperaturen (Anlage aus) ist der Unterschied zwischen Luft-
und Operativtemperatur gering.
Der
Anwender erhält durch die schnelle grafische Darstellung
nach einem Rechenlauf die Möglichkeit, weitere Optimierungen
vorzunehmen, um z.B. die mit den Bauherren vereinbarte Behaglichkeitskategorie
einzuhalten. Im vorliegenden Beispiel beträgt der max.
PPD-Wert 12 %. Will man die Kategorie II erreichen (<
10 %), müsste man z.B. die Anlage früher einschalten
oder eine Soll-Lufttemperatur von 23 °C wählen.
Auch eine stärkere Zuluftentfeuchtung könnte sich
positiv auf den PPD-Wert auswirken.
Lokale
thermische Behaglichkeit
Die Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit lassen
sich mit der nächsten Programmversion partiell untersuchen.
Anhand der Tabelle 7 ist dadurch eine Gesamtzuordnung der
thermischen Behaglichkeit möglich.
Tabelle
7: Gesamtkategorien für die Zuordnung der globalen
und lokalen thermischen Behaglichkeit (in Anlehnung an DIN
EN ISO 7730 [2, Tab. A.1])

Der
US-amerikanische ASHRAE Standard 55-2004 [14] schreibt nur
Anforderungen entsprechend der Gesamtkategorie II vor. Auf
eine Differenzierung nach Behaglichkeitskategorien wird in
den USA demnach verzichtet.
Zugluft
Durch die zusätzliche Angabe eines Turbulenzgrades
(Empfehlung: 40 % für Mischlüftung, 25 % für
Quelllüftung) kann auch die Zugluftrate DR nach [2]
ermittelt werden. Im Sommer hat die Luftgeschwindigkeit
einen gegenläufigen Einfluss zwischen PPD-Wert und
Zugluftrate, wodurch ein zu hoher Schätzwert für
die Luftgeschwindigkeit automatisch begrenzt wird. D.h.,
nimmt man einen zu hohen Wert für die Luftgeschwindigkeit
an, um einen günstigeren PPD-Wert zu erhalten, steigt
dadurch auch das Zugluftrisiko und der DR-Wert nimmt zu.
Vertikale
Lufttemperaturunterschiede
Gemäß den meßtechnisch verifizierten Algorithmen
in [19] kann der vertikale Lufttemperaturanstieg bei Quellluftanlagen
berechnet werden. Daraus lässt sich der Prozentsatz
an Unzufriedenen für vertikale Lufttemperaturunterschiede
PDvert nach [2] ermitteln.
Warme
und kalte Fußböden
Die mittlere Oberflächentemperatur des Fußbodens
ist eine Auslegungsgröße für Fußbodenheiz-
und -kühlsysteme. Daher ist hierfür eine Abschätzung
notwendig und in das Programm einzutragen. Bei der Auswahl
ist darauf zu achten, dass die vereinbarte Gesamtkategorie
erhalten bleibt. Der minimale Prozentsatz an Unzufriedenen
von 5,5 % ergibt sich bei einer Temperatur von 23,6 °C.
Dieser Wert kann auch als Ersatzwert bei unbeheizte bzw.
ungekühlte Fußböden verwendet werden, um
diesen Einfluss aus der Gesamtzuordnung auszuschließen.
Asymmetrie
der Strahlungstemperatur
Die VDI 2078 [6] sieht keine Berechnung der Oberflächentemperatur
einzelner Bauteile vor. Es wird nur eine mittlere Oberflächentemperatur
aller Bauteile ermittelt (mittl. Strahlungstemperatur).
Für die Beurteilung der Strahlungsasymmetrie ist daher
ein anderes Programm erforderlich. Bei Kühldecken spielt
dieses Kriterium jedoch kaum eine Rolle, da die Verhinderung
der Taupunktunterschreitung wesentlich engere Grenzen setzt.
Eine warme Decke ist dagegen eher problematisch und sollte
anhand anderer Methoden untersucht werden. Der berechnete
Wert der asymmetrischen Strahlungstemperaturdifferenz ist
in das Kühllastprogramm händisch zu übernehmen,
um die Gesamtkategorie nach Tabelle 7 zu ermitteln.
Beispielrechnungen
für die lokale Behaglichkeit
Anhand einer Beispielrechnung für o.g. Zeichensaal
mit Quelllüftung soll verdeutlicht werden, wie die
Bewertung der globalen und lokalen Behaglichkeit vollzogen
werden könnte. Dazu sind in Tabelle 8 die Ergebnisse
des neuen Rechenkerns vom C.A.T.S.-Kühllastprogramm
für den eingeschwungenen Tag dargestellt.
Tabelle
8: Bewertung der thermischen Behaglichkeit innerhalb der
Anlagenbetriebszeit für den Zeichensaal mit Quelllüftung

Um
die Gesamtkategorie II zu erreichen, musste eine Soll-Raumlufttemperatur
von 22,5 °C gewählt werden. Das liegt hauptsächlich
am Bekleidungsgrad von 0,7 clo (Unterwäsche, Hemd,
Hose, Socken, Schuhe gem. [2, Tab. C.1]), der für einen
Zeichensaal als angemessen angesehen wird. Die Kühllast
änderte sich dadurch auf 74,7 W/m² und die operative
Raumtemperatur TOPIst erreicht zum Zeitpunkt des Kühllastmaximums
(11. Std) 24,5 °C. Da bei der Quelllüftung die
Luftgeschwindigkeit vLuft und der Turbulenzgrad TuLuft gering
sind, ist die Zugluftrate DR mit 7,3 % unproblematisch.
Der vertikale Lufttemperaturunterschied dTLz, der bei der
Quelllüftung besondere Beachtung verdient, beträgt
2,4 K. Daraus ergeben sich 3 % Unzufriedene, was keine Veränderung
der Gesamtkategorie bewirkt (vgl. Tabelle 7). PDFb und PDasy
haben bei RLT-Anlagen keinen Einfluss. Sie sind daher auf
ihren Minimalwert gesetzt.
Zusammenfassung
- Die
Anlagen sind so zu planen, wie sie auch gebaut werden.
D.h., wenn ein Lufttemperaturfühler in der Raumregelung
vorgesehen ist, sollte die Eingangsgröße für
die Lastberechnung auch eine Lufttemperatur sein. Bei
einem Globe-Temperaturfühler stellt die operative
Temperatur den Sollwert der Berechnung dar. Ansonsten
erhält man undefinierte Planungszustände. Im
Anschluss an die Lastberechnung ist zu kontrollieren,
ob die Bedingungen für eine thermische Behaglichkeit
eingehalten sind.
- Der
PPD-Wert ist ein seit Jahren international anerkanntes
Maß für die thermische Behaglichkeit. Die DIN
EN 15251 hat auf Grundlage des PPD-Wertes Behaglichkeits-kategorien
festgelegt, die mit dem Bauherren zu vereinbaren sind.
Darüber hinaus gibt sie noch empfohlene Innentemperaturen
in der Tab. A.2 an, die aus der festgelegten Kategorie
und weiteren Annahmen bezüglich Aktivität, Bekleidung,
Luftgeschwindigkeit und Luftfeuchte errechnet wurden.
Eine zu starke Vereinfachung dieser Annahmen ist die Gleichsetzung
von Lufttemperatur und operativer Temperatur. Der Bekleidungsgrad
für den Sommer (0,5 clo) wurde für einige Raumnutzungen
zu niedrig angesetzt. Die Empfehlungen aus der Tab. A.2
wurden jedoch von einigen Planungsrichtlinien übernommen.
- Weiterhin
schränken die Annahmen den Anwendungsbereich derart
ein, dass eine projektbezogene Auslegung erschwert wird.
Außerdem steht die feine Temperaturunterteilung
in der Tab. A.2 nicht im Einklang mit der möglichen
Rechengenauigkeit von Heiz- und Kühllastberechnungen
nach den anerkannten Normen und Richtlinien. Es empfiehlt
sich daher, direkt den PPD-Wert als Auslegungskriterium
bzw. die Gesamtkategorie nach Tabelle 7 zu benutzen.
- Mit
dem C.A.T.S.-Kühllastprogramm ist eine solche normkonforme
Auslegung möglich und auch für internationale
Projekte anwendbar. Mit entsprechenden Klimadaten wäre
mit diesem Programm auch eine dynamische Heizlastberechnung
denkbar, die im Sinne der genannten Auslegungskriterien
die Anforderungen erfüllt.
- Unstrittig
ist, dass zumindest die operative Raumtemperatur und nicht
die Lufttemperatur ein Auslegungskriterium nach den neueren
o.g. Richtlinien und Normen ist. Die gängigen Kühllastprogramme
geben aber weder den PPD-Wert noch die operative Raumtemperatur
aus. Auch die Vorgabe einer Soll-Operativtemperatur ist
bei diesen Programmen nicht möglich. Wenn bei der
Lastberechnung die einschlägigen Behaglichkeitskriterien
aus aktuellen Normen und Richtlinien nicht überprüft
werden, würde das als ein Planungsfehler zu werten
sein. Selbst wenn mit dem Auftraggeber eine Anforderung
z.B. nur an die Raumlufttemperatur vereinbart wurde, muss
der Planer darauf hinweisen, dass dieses Kriterium alleine
nicht ausreicht, um thermische Behaglichkeit zu erreichen.
Je nach Art der Belastung kann der Unterschied zwischen
Lufttemperatur und operativer Temperatur 1 bis 4 K betragen.
Beim Rechnungsansatz für eine Soll-Raumlufttemperatur
könnten somit sehr schnell eine oder mehrere Behaglichkeitskategorien
übersprungen werden, ohne dass der Programmanwender
und damit auch der Bauherr hierüber informiert ist.
| Literatur |
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| [3] |
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Teil 1a: Algorithmen, HLH Bd. 54 (2003) Nr. 8, S. 59-66
Teil 1b: Algorithmen, HLH Bd. 54 (2003) Nr. 9, S. 62-66
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Teil 2b: Vergleichsrechnungen, HLH Bd. 54 (2003) Nr.
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und Klimaanlagen und Raumkühlsysteme. |
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Nadler, N.: Modellierung der Raumlufttemperatur bei
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(1995), Heft 3, Seite 177 - 181. |
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Kurzfassung:
Auslegungskriterien der
thermischen Behaglichkeit
für Heiz- und Kühllastberechnungen |
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